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| Der Versuch, die Seele zu wiegen: und andere Sternstunden von Forschern und Fantasten: Und andere Sternstunden v. Forschern und Fantasten
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Unterhaltsame Wissenschaftsgeschichte
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Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Der Versuch, die Seele zu wiegen: und andere Sternstunden von Forschern und Fantasten (Gebundene Ausgabe) Der gebürtige Australier Len Fisher studierte Chemie und Physik. Und als er damit nicht alles erklären konnte, was ihn interessierte, studierte er eben noch Biologie. Auch wenn Fisher durchaus bedeutende wissenschaftliche Entdeckungen machte, würde er in Europa als einer von unzähligen wissenschaftlichen Nobodys gehandelt. Aber seit 2003 sein Buch „Reise zum Mittelpunkt des Frühstuckseis" erschien, wurde Fisher zum Liebling der Medien, in seinem Fall durchaus zu Recht. Denn Len Fisher besitzt die grosse und seltene Gabe, Naturwissenschaftliches so zu veranschaulichen, dass die Welt der Formeln und Experimente auch Laien verständlich wird. Sein Trick ist ebenso simpel wie alt: Man verpacke Abstraktes in lebendige Geschichten, formuliere dies in bildhafter Sprache und reichere das Ganze mit persönlichen Erlebnissen an.
Simpel ist das Ganze selbstverständlich nur auf dem Papier, wie wir aus der Schul- oder Studienzeit alle wissen. Wer die Kunst Len Fishers erlernen will, braucht zuerst Mal das notwendige Grundlagenwissen. So wie die grossen abstakten Maler auch das Handwerk des gegenständlichen Gestaltens beherrschen, kann Len Fisher bei seinen wissenschaftsjournalistischen Kunstwerken auf das Gelernte zurückgreifen und es langsam in eine andere, für Laien verständliche Form bringen. Dann braucht es die Souveränität, sich und sein Wissen nicht verbissen ernst zu nehmen, was seinerseits nur möglich ist, wenn man Theorien als Glaubensmodelle auffasst, die nicht auf Wahrheiten, sondern auf Wahrscheinlichkeiten beruhen.
Ich zweifle keinen Moment daran, dass auch dieses Buch eine grosse Fangemeinde finden wird. Die „Frühstückseikenner" werden es bestimmt anschaffen, zumal Fisher auf Wiederholungen verzichtet. Und für die „Frühstückseiunwissenden" ist es ein guter Einstieg. Acht Kapitel, von denen sich jedes einem bestimmten Thema widmet und es mit Geschichten forschender Menschen in vielen Facetten vor dem geistigen Auge des Lesers ausbreitet. Len Fisher wählt die Wissensgebiete so geschickt, dass sich am Ende eine Art Gesamtschau der naturwissenschaftlichen Welt ergibt. Zumindest der Welt, die uns bereits in den Bildungsstätten und Medien begegnete. Am Konzept des Autors habe ich nur einen Zweifel: Sein Anmerkungsapparat von 50 Seiten enthält zwar weitere intellektuelle und epische Höhepunkte, wird aber von wissenschaftlich weniger geschulten Lesern kaum so goutiert werden, wie es sich der Autor wünscht und vorstellt.
Mein Fazit: Einschaltquoten und Verkaufszahlen sind der beste Beweis, dass sich auch naturwissenschaftliche Spezialitäten vermitteln lassen, wenn man sich an bewährte Rezepte hält und nicht als engstirniger Prediger auftritt. Mehr Fisher und Wissen wird frischer.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 12. August 2005 | | |
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